U12 holt Bronze beim Horst-Lück Pokal in Wiedenbrück

Bei strahlendem Sonnenschein waren die Kids der U12 samt Eltern nach Wiedenbrück gereist, um am Horst Lück Pokal mit zahlreichen Rugbyteams aus ganz Deutschland teilzunehmen. Alle waren top motiviert und gespannt, wie das Turnier laufen würde.

Im ersten Spiel mussten unsere roten Rugger gleich gegen Handschuhsheim aus Heidelberg ran, gegen die sie vor einigen Monaten noch bei der Deutschen Meisterschaft im Viertelfinale 25:10 ausgeschieden waren. Da war also noch eine Rechnung offen … allerdings waren unsere Kids zunächst wohl noch nicht ganz wach, liefen den munter aufspielenden blauen Löwen erstmal nur hinterher und mussten sogleich den ersten Gegenversuch hinnehmen. Nun kam das Team des VfR 06 Döhren nach und nach ins Spiel und der pfeilschnelle Livio erzielte den Versuch zum 5:5 Ausgleich. Es entwickelte sich ein tolles U12 Spiel auf hohem Niveau und es ging hin und her. Unsere Roten hatten leichte Vorteile, doch schafften es nicht, diese noch in Punkte umzuwandeln und so blieb es beim 5:5 und einem guten Auftakt gegen einen starken Gegner.

Im zweiten Spiel des Tages ging es gegen die Zebras von der Fösse. Es dauerte einige Minuten, bis sich die Roten durch Dave mit dem ersten Versuch durchsetzen konnten, doch anschließend gab es nur noch eine Richtung, und zwar ins Malfeld der Lindener. Anschließend erzielten Theo, Marten, Emil, wieder Marten, Livio und erneut Marten die Punkte zum ungefährdeten 35:0 Endstand. Im letzten Vorrundenspiel der Gruppe A mussten unsere Roten dann gegen den Berliner Rugby Club (Team rot) ran, parallel lief das Spiel Handschuhsheim gegen Viktoria. Da die Heidelberger in ihrem zweiten Spiel auch 35:0 gewonnen hatten, war es doppelt spannend, wer es am Ende schaffen würde den Gruppensieg zu erringen, da vor der Partie beide Teams gleichauf waren in Punkten und in der Punktestatistik. Nach dem Ankick machte unsere U12 gleich richtig Druck und BRC wurde von Beginn an in der eigenen Hälfte eingeschnürt. Es dauerte nicht allzu lange, bis der blitzschnelle Gedrängehalb Joris mit einem Doppelschlag den VfR Döhren mit 10:0 in Front brachte. In der zweiten Halbzeit ging es erfolgreich weiter, Dave setzte sich kraftvoll durch und erzielte den nächsten Versuch. Theo erhöhte mit einer klugen Aktion auf 20:0, es blieb nun nicht mehr viel Zeit und alle fragten sich, würde das Ergebnis zum Gruppensieg ausreichen? Auf dem direkten Feld daneben lief das Spiel Handschuhsheim gegen Viktoria und dort stand es 25:0 und damit wären die Blauen vom Neckar Gruppenerster… doch dann erzielten die Zebras kurz vor dem Schlusspfiff noch einen Versuch zum 25:5. Die Eltern bemühten schon den geistigen Rechenschieber und fragten sich, ob in der Turniertabelle bei gleicher Versuchsdifferenz erzielte und kassierte Versuche den Ausschlag geben würde, als der wackere Emil sich den Ball erkämpfte und quasi mit dem Schlusspfiff in der letzten Aktion das 25:0 mit einem Sprung einen Millimeter über der Grasnarbe ins Malfeld sicherte und damit den Gruppensieg perfekt machte, da es nebenan beim 25:5 für die Heidelberger blieb. Nach einer Portion Nudeln gestärkt, machten sich alle Turnhallenschläfer*innen auf den Weg ins gemeinsame Domizil und bereiteten alles für die Übernachtung vor. Die Nah an der Ems gelegene Sporthalle bot ausreichend Platz für alle mitgereisten Roten. Um den Abend noch schön ausklingen zu lassen ging es dann spontan noch an den Fluss und in die Stadt zur Eisdiele, die passend zur Uhrzeit „la Luna“ hieß, denn inzwischen war der kleine Spaziergang zur „Nachtwanderung“ geworden. Nach der Rückkehr spielten die Kids noch ein wenig in der Halle und man glaubte es kaum, aber als um 22 Uhr das Licht gelöscht wurde, schliefen auch fast alle nach diesem anstrengenden Turniertag schnell ein.

Der zweite Turniertag begann um 06:24 Uhr mit dem gemeinsamen Aufstehen und dem Aufräumen der Turnhalle. Pünktlich um 7:30 Uhr waren dann alle wieder auf dem Vereinsgelände des WTV zum gemeinsamen Frühstück. Wie immer, hatten hier die fleißigen wiedenbrücker Helfer*innen alles super vorbereitet und brachen alle Rekorde im Schnellschmieren von Brötchenhälften. Einziges Manko an diesem Morgen: die Sonne war weg und stattdessen war es kalt und feucht. Das machte aber nichts, denn nach dem Warmmachen waren nun alle heiß auf das Viertelfinale gegen RK 03 Berlin.

Die traditionell in Schwarz-Gelb spielenden Berliner hatten es von Anfang an nicht leicht gegen die stark anlaufenden roten Rugger vom VfR 06 Döhren. Nach einem klugen Spielzug gelang es zuerst Livio erfolgreich ins Malfeld einzulaufen und zu punkten. Anschließend setzte sich Marten mit einem kraftvollen Lauf durch und erhöhte auf 10:0 zur Halbzeit. Die Berlin machten nun mehr Druck, doch die Roten hielten stark dagegen und ließen nichts mehr anbrennen. Nach einem weiteren Versuch von Livio war das Spiel entschieden, den Schlusspunkt erzielt Emil zum 20:0 Endstand. Im Halbfinale kam es nun zum „ewigen“ Duell dieser Alterskohorte, quasi dem Klassiker im hannoverschen Jugendrugby: VfR 06 Döhren gegen Germania List.

Das Halbfinale begann mit mutig und dynamisch aufspielenden Germanen, die unsere Roten ein ums andere Mal in die Bredouille brachten und heftig Druck machten. Doch die rote Wand hielt Stand. Unter Kampf, Stärke und dem absoluten Siegeswillen beider Teams entwickelte sich ein hochspannendes Rugbyspiel, bei dem beide Mannschaften zu ihren Chancen kamen. Halbzeitstand 0:0, die Eltern waren sich fast sicher: wer den ersten Versuch erzielt gewinnt das Spiel. Es ging weiter hin und her, das Spiel war regelrecht ein Krimi. Nach einem klugen Kick der Germanen, kurz vor der eigenen Mallinie, ging der ovale Ball weit in die Döhrener Spielhälfte und nach einem unglücklichen „Rettungsversuch“ gab es einen Strafversuch und zudem die Gelbe Karte für Marten. 5:0 für Germania und noch 2 Minuten zu spielen und das in Unterzahl. Unsere Roten warfen nochmal alles rein und kämpften sich mit großer Leidenschaft und Feuereifer ein ums andere Mal bis kurz vor das Malfeld der Lister ran und fanden dennoch keine Lücke im blauen Abwehrbollwerk der Germanen. Der Schiri wies nun darauf hin: „letzte Aktion“ und da faste sich „die kleine Kanonenkugel“ Emil ein Herz, schlug eine Bresche gegen 4 Germanen, wo eigentlich keine war, und erziele im Tiefflug das heiß ersehnte 5:5. Das bedeutete Verlängerung mit Sudden death, also der erste Versuch entscheidet. Marten durfte nun wieder mitspielen und alle hofften, dass die Waagschale der Fortuna nun für unsere Roten ausschlagen würde. Leider war das Glück der Döhrener mit dem Ausgleich in letzter Sekunde nun vollends aufgebraucht. Nach einigen Ermahnungen des Schiedsrichters mussten die Roten einen Raumverlusst hinnehmen, weil sie zum wiederholten Mal zu wenig Abstand eingehalten hatten, der die Blauen nun empfindlich Nahe an das Malfeld des VfR brachte. Nach drei erfolglosen Versuchen gelang es den Germanen am Ende dennoch mit einer geschickten Aktion den Ball im Malfeld erfolgreich abzulegen und so endete das Spiel 10:5 für Germania nach Verlängerung. Gegenseitiger Respekt, Kampf und Leidenschaft für das Spiel zeichneten dieses wirklich hochklassige und extrem spannende U12 Rugbymatch aus, es endete mit der obligatorischen Klatschgasse. Auch wenn nun alle enttäuscht waren, dass sie das Spiel verloren hatten, war der Tenor klar: „jetzt wollen wir das kleine Finale gewinnen“.

Im Spiel um Platz 3 ging es gegen die Mannschaft des Hamburger Rugby Club, gegen die es in der Vergangenheit schon oft zu heiß umkämpften Spielen bei Turnieren gekommen war. Die gut ausgebildeten Hamburger Jungs und Mädchen passten von Anfang an gut durch und versuchten sich mit schnellen Läufen gegen die Mannschaft aus Döhren durchzusetzen, doch die Döhrener standen von Beginn an sehr gut und ließen keinen der in schwarz-rot spielenden Hamburger durch die rote Wand. Das Team des VfR zeigte auf der anderen Seite wie es geht: Joris schnappte sich den Ball mit einer geschickten Aktion und konnte sich klug durchsetzen und erzielte so den ersten Versuch. Die Hamburger kamen nun kaum über die Mittellinie hinaus, weil die Roten mächtig Druck aufbauten und ein ums andere Mal versuchten zu Punkten. Nach einem offenen Gedränge ging Alex mit dem Ball im richtigen Moment zu Boden und damit stand es 10:0. Nach der Halbzeitpause dominierten die Roten das Spiel und waren bis zum Ende hochkonzentriert. Die Hamburger*innen hielten zwar noch gut dagegen, aber es „brannte nichts mehr an“. Den letzten Versuch des Spiels erzielte erneut Emil, auch hier gab es zuvor ein offenes Gedränge bei dem die roten Rugger bis ans Malfeld vorrückten und dann zum Versuch ablegten. Bald darauf war die Spielzeit vorbei und das Spiel um Platz 3 endete 15:0 für den VfR 06 Döhren.

Was bleibt und noch zu sagen wäre: auch in diesem Jahr waren die Wiedenbrücker erneut hervorragende Gastgeber*innen und dafür sei hier ein riesengroßes Dankeschön ausgesprochen. Sportlich lief es wirklich gut, im gesamten Turnier wurden nur 3 Gegenversuche kassiert (leider 2 davon im Halbfinale) und in jedem Spiel haben die Roten Rugger aus der Eilenriede mit Herz, Leidenschaft und Kampfesmut tolles Rugby gespielt und am Ende verdient die Bronzemedaille gewonnen. Stolz präsentierten die Doppelkapitäne Livio und Dave den Pokal und alle waren stolz auf die guten Leistungen des gesamten Teams.